Riedberg-Tunnel: Übung abbrechen!

 Der Bau der A9 im Oberwallis kommt nur schleppend voran. Probleme beim Vispertal-Tunnel, Probleme beim Turtmann-Tunnel. Und – nicht neu – auch grosse Probleme beim Riedberg-Tunnel. Vor 14 Jahren erfolgte der Spatenstich. Heute sind gerade mal knapp 14 Prozent des Tunnels ausgebrochen. Der tägliche Fortschritt beträgt ganze 25 cm, und 925 Meter müssen noch ausgebrochen werden.

Es stellt sich die Frage, wieso dieser Tunnel – trotz Warnungen von Spezialisten – überhaupt in Angriff genommen wurde. Eine offene Linienführung mitsamt korrekter Abgeltung der abzureissenden Gewerbebauten wäre ein Bauwerk gewesen, das in kurzer Zeit und mit vernünftigem Mittel-Einsatz hätte realisiert werden können. Zu allem Überfluss brachte das Bauwerk die gesamte Dienststelle ins Wanken, als die Zahlungen für noch nicht erfolgte Arbeiten an den Tag kamen.

Wir sind der Meinung, dass die kantonale Geschäftsprüfungskommission (GPK) das Trauerspiel am Riedberg untersuchen muss. Deren Präsidentin, Marianne Maret, die vielerorts als CVP-Ständeratskandidatin mit Vorschusslorbeeren überschüttet wird, kann dort zeigen, was sie kann. Und auch beweisen, dass sie keine Bisshemmungen hat, ihre eigenen Staatsräte Bornet, Rey-Bellet und Melly in die Verantwortung zu nehmen.

Die SPO wird in der nächsten Grossrats-Session einen Vorstoss einreichen mit der Forderung, den Bau am Riedberg-Tunnel unverzüglich einzustellen und ein Projekt für eine offene Linienführung beim Bahnhof Gampel/Steg an die Hand zu nehmen.

Der realisierte Tunnelausbruch kann für die Archivierung aller A9-Akten verwendet werden – von denen gibt es ja nicht zu wenig.

 

SP Oberwallis 

 

 

 

30. Apr 2018