Olympische Nebelpetarden 

An einem Podiumsgespräch schätzte der CSPO-Fraktionschef Clausen den Ja-Stimmen-Anteil am 10. Juni auf 60 Prozent. Etwas bescheidener gab sich Ständerat Rieder, der den Anteil der Befürworter/innen bei 55 Prozent sieht. Ein paar Tage später kam die kalte Umfrage-Dusche: Eine knappe Mehrheit der Walliserinnen und Walliser lehnt die Spiele ab. Panik in den Sittener Chefetagen.

So zündeten die Olympia-Chefstrategen eine neue Nebelpetarde. Die Spiele würden nicht durch die Stadt oder den Kanton durchgeführt, sondern durch einen Verein oder eine Aktiengesellschaft. Damit werde das finanzielle Risiko auf null herabgesetzt. Dieses Konstrukt lässt mehr Fragen offen als es beantwortet: Wer sind in der AG-Variante die Aktionäre, und wie hoch ist das Aktienkapital, das schlussendlich Garantie für ein Defizit bietet? Wie viel müssen die Stadt Sitten und der Kanton Wallis in die AG einschiessen? Und wer sind bei einem Verein dessen Mitglieder? Auch der Kanton und die Stadt Sitten? Und wie hoch wird das Vereinsvermögen sein, das für ein Defizit haftet? Klar, dass das IOC bestimmen wird, wer mit welchem Risiko mitmachen muss. Das IOC wird bestimmen wer und wie viel. Seit Beginn der Kampagne behaupten die Olympia-Befürworter/innen jeden Tag, dass es kein Defizit gäbe und sie alles im Griff hätten. Neu wollen sie das Null-Defizit mit 300 Millionen Franken versichern und dafür rund 10 Millionen Franken Prämien zahlen. Das sagt alles über die Seriosität jener Politiker, die sich bisher bei den meisten Grossprojekten im Wallis massiv verrechneten.

 

SP Oberwallis

 

30. Apr 2018