Zermatt hat in den letzten Jahren den Zweitwohnungsbau massiv eingeschränkt. Zermatt hat aufgezeigt, wie man Erstwohnungen und Zweitwohnungen getrennt erfassen und kontrollieren kann. Zermatt bittet neu Zweitwohnungen aufgrund der Katasterwertes zur Kasse.. Dies alles vorab dank Thomas Abgottspon.

In der Blick-Diskussion in Visp hat niemand die Zermatter Erfahrungen dargestellt.

Stattdessen behauptet die Direktorin Lezzi, man könne Erst- und Zweitwohnungen halt schlecht unterscheiden. Und der unsägliche Oskar Freysinger kennt einen Hotelier in Zermatt, der habe über das Jahr gesehen nur 35 bis 40 Prozent Auslastung. Kalte Betten gäbe es halt überall.

Dümmer geht es nicht mehr. 40 Prozent Auslastung bedeutet, dass eine Ferienwohnung 20 Wochen im Jahr vermietet wird. Dies sind warme Betten und keine kalten Betten. Dazu kommt: Jede Übernachtung im Hotel bringt durchschnittlich drei Mal mehr Wertschöpfung.

Noch mehr Betten bedeuten noch mehr Spitzen an zu wenig Tagen im Jahr. Niemand kann für wenige Tage im Jahr eine rentable Infrastruktur erstellen. Montana-Crans hat 40‘000 Betten. Und die Bahnen sind defizitär.

Der einzige vernünftige Ansatz lieferte Art Furrer: Wir haben 62‘000 Zweitwohnungen. Die meisten sind kalt bis eiskalt. Immobilienbranche und Baugewerbe müssen diese aufkaufen, umbauen und als Bjiou verkaufen oder vermieten. Nicht mehr Betten, sondern bessere Betten.

Die einzige vernünftige Frage stellte Viktor Kämpfen: Das neue Raumplanungsgesetz ist finanziell nicht umsetzbar. Wie es möglich ist, dass Bund und Kanton das nicht abgeklärt haben, blieb wie fast alles an diesem Abend im Dunkeln.

Statt Fakten gab es am Schluss ein Gedicht. Fasnacht ist erst in vier Monaten. Und die Staatsratswahlen kurz darauf.

25. Feb 2015