SPO Stellungnahme vom 30. April 2010

Der Tarif der neuen Strombarone

Im Verwaltungsrat der EnAlpin AG sitzt der Visper Gemeindepräsident und Ständerat René Imoberdorf. Er erhält - wie die „Rote Anneliese" in der neusten Ausgabe enthüllte - für ein paar Sitzungen im Jahr einen Lohn von 90'000 Franken.

Die EnAlpin gehört zu 100 Prozent der Energiedienst AG. Diese wird zu 80 Prozent von der deutschen Energie Baden-Württemberg (EnBW) kontrolliert, die ihrerseits den südbadischen Gemeinden und dem französischen Staat gehört.

Martin Steiger ist der Chef der Energiedienst AG. In der letzten Handelszeitung redet er Klartext. Steiger möchte die zu hohen Strompreise in der Schweiz weiter erhöhen. Leider gehe dies wegen der vielen staatlichen Unternehmen in der Schweiz zu wenig schnell. Deshalb wolle niemand in der Ausserschweiz das EnAlpin-Modell übernehmen.

Und Steiger setzt noch einen drauf. Zitat: „Wir als privatwirtschaftlich ausgerichtetes Unternehmen hingegen denken anders. Wir arbeiten nur für die Aktionäre. Doch derzeit können wir die Opportunitäten auf dem Schweizer Markt nicht wahrnehmen."

Reine Frechheit! EnAlpin und Energiedienst AG wollen auf Kosten der Oberwalliser Stromkonsumenten mehr Gewinne zugunsten ihrer Aktionäre, Boni-Manager und Verwaltungsräte machen.

Willige Handlanger sind jene Oberwalliser Politiker, die in den Verwaltungsräten der Kraftwerkgesellschaften sitzen. Leider liessen sich viele Oberwalliser Gemeinden von der EnAlpin über den Tisch ziehen. Früher oder später müssen sie von den Deutschen und den Franzosen jenes Netz zurückkaufen, dass sie Ihnen zum halben Preis verschenkt haben.

Sozialdemokratische Partei Oberwallis (SPO)

25. Feb 2015