In der Schlussabstimmung hat der Nationalrat den Ärztezulassungs-Stopp aufgehoben. Die neue Mehrheit von SVP und FDP bodigte die moderate Regulierung im ambulanten ärztlichen Bereich.

Ausgerechnet jene Parteien, die sich am lautesten über die steigenden Kosten im Gesundheitswesen beklagen, versenkten die sinnvolle Vorlage. So werden vorab in den Zentren und Agglomerationen neue Arztpraxen eröffnet werden. Und ein übergrosses Angebot erzeugt übergrosse Nachfrage. Die Kosten werden steigen. Und die Prämien ebenfalls.

Im Oberwallis haben schon einige Ärzte ihre Praxis geschlossen und keinen Nachfolger oder keine Nachfolgerin gefunden. Andere haben alle Not und Mühe, die Praxis an Interessierte zu übergeben. Der aufgehobene Zulassungsstopp wird die Situation noch verschärfen: Auch Walliser werden vermehrt ihre Praxis in den Nähe des Studienorts eröffnen und nicht ins Wallis zurückkehren. Und auch für andere Mediziner ist es einfacher, in der Stadt oder Agglomeration eine Praxis zu eröffnen als im Oberwallis eine bestehende Praxis zu übernehmen.

Der Nationalrat stimmte mit 97 zu 96 Stimmen ab. Jede Stimme zählte. Und Franz Ruppen alleine hätte die Mehrheit kippen können. Er aber zog es vor, brav den Parolen aus Herrliberg zu folgen und stimmte gegen die Interessen des Oberwallis. Wie auch Jean-Luc Addor und der Freisinnige Nantermod. Eine Interessenwahrung der Walliserinnen und Walliser sieht anders aus.

05. Jan 2016