16. August 2021

Die Orientierungsschule in Gampel hat kürzlich ihre Vorschriften geändert und eine Reihe von Kleidungsstücken aufgelistet, die als «provozierend» oder «freizügig» gelten und nun verboten sind. Diese Massnahmen zielen überwiegend auf die Frauenkleidung ab. Anstatt Mädchen und junge Frauen aus Prinzip zu stigmatisieren, ist es höchste Zeit, auf ein Schulumfeld hinzuarbeiten, in dem Respekt für alle herrscht.

Die Schülerinnen und Schüler der Orientierungsschule Gampel müssen sich künftig an eine Kleidervorschrift halten, wie kürzlich angekündigt wurde. In dieser neuen Verordnung, die eine Reihe von Kleidungsstücken auflistet, die als aufreizend oder freizügig gelten, geht es in erster Linie um Mädchen-/Frauenkleidung. «Wie immer in solchen Situationen wird das Kleid angeprangert und nicht die Art und Weise, wie es betrachtet wird», sagt der Präsident des PSVR, Clément Borgeaud.

Claudia Alpiger, Co-Präsidentin der SPO, fährt fort: «Solche Überlegungen haben bereits in den Kantonen Freiburg und Genf für Aufregung gesorgt. Es ist unverständlich, dass sie auch in unserem Kanton weitergeführt werden. Es handelt sich schlicht und einfach um eine Stigmatisierung von Mädchen und jungen Frauen.»

Für Sarah Constantin, Lehrerin und Präsidentin der Grossratsfraktion Parti socialiste et Gauche citoyenne, «muss die Verantwortung die Seiten wechseln. Die Schule ist ein Ort der Arbeit, und angemessene Kleidung ist eine Selbstverständlichkeit. Aber solche Bestimmungen sexualisieren die Körper junger Mädchen und machen sie einmal mehr zum Ursprung eines Problems, obwohl sie es sind, die darunter leiden».

Vorschriften und Verbote bringen Schulen in dieser Diskussion nicht weiter. Es wäre vielmehr an der Zeit, Jugendliche mit ihren Bedürfnissen und Anliegen wahrzunehmen und in den Dialog mit ihnen zu gehen. Die Fraktion PS & Gauche citoyenne wird in der nächsten Grossratssitzung zu diesem Thema intervenieren.

16. Aug 2021