SPO Stellungnahme vom 1. April 2010

Spitalpolitik: Klare Strategien statt plumpe Manöver

SPO setzt Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung des Gesundheitsnetzes ein

Serge Sierro war Staatsrat. Jean Claude Pont Professor in Genf. Beide haben ein 24 Seiten langes Dokument zur Walliser Spitalpolitik verfasst. Leider nur auf Französisch. Leider mit nicht allzu viel Fakten.

Unter dem Strich fordern Sierro und Pont die Absetzung von Kantonsarztes Georges Dupuis. Er habe im Gesundheitswesen eine zu starke Stellung. Die zuständigen Staatsräte hätten keinen Durchblick. Und der Vorstand des Walliser Gesundheitswesen sei eine Ansammlung von Hampelmännern.

Richtig ist: Das Walliser Gesundheitswesen zählt 4‘400 Mitarbeiter- 50 Prozent mehr als die Lonza. Es ist das grösste Unternehmen im Kanton. Ohne Kantonsarzt Dupuis - eine schweizerisch anerkannte Kapazität - würde noch immer jedes Regionalspital vor sich hin wursteln.

Dieses grosse Schiff braucht einen besseren Verwaltungsrat mit einem guten Mix an nationalen und internationalen Fachleuten. Und einen Präsidenten, der beide Sprachen spricht. Als notwendiges Gegengewicht zum umtriebigen Dr. Dupuis.

Statt den Fähigsten zum Teufel zu jagen, muss man ihn vor den Karren spannen. Und dieser braucht einen neuen, klaren Auftrag. Die Walliser Spitäler werden ab 2012 in der Wäsche der Marktöffnung eingehen, wenn Sie nicht einen grossen Sprung nach vorne machen.

Dies geht nur mit drei, auf das Ober-, Mittel- und Unterwallis verteilten neuen Spitälern, wobei im Chablais/Riviera der Neubau bereits steht. In diesen Spitälern müssen alle Tätigkeiten konzentriert werden. Neu gebaute Spitäler rechnen sich, wie Zahlen des Zürcher Uni-Spitals belegen.

Zur zentralen Frage, wo und wie diese Spitäler positioniert werden müssen, hat der SPO-Vorstand am Mittwoch eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Sie hat den Auftrag, bis im Herbst Vorschläge zu präsentieren, wie die notwendige Weiterentwicklung des Walliser Gesundheitsnetzes aussehen muss.

Plumpe Manöver à la Sierro und Co., hinter denen andere Kreise vermutet werden müssen, bringen nur Rückschritt statt Fortschritt in der Walliser Spital- und Gesundheitspolitik.

Sozialdemokratische Partei Oberwallis (SPO)

25. Feb 2015