Rund 1400 Personen warten zurzeit in der Schweiz auf eine Organspende. Jede Woche stirbt eine bis zwei Personen auf dieser Warteliste, mangels passender Organspende. Das neue Transplantationsgesetz erlaubt es, dass jede Person sich mit der Frage auseinandersetzen soll, ob sie bereit wäre, ihre Organe zu spenden. Obwohl gemäss einer Umfrage 80% der Schweizer:innen durchaus bereit wären, ein Organ zu spenden, wird schliesslich nur ein kleiner Teil davon für eine Organspende in Betracht gezogen. Der Grund liegt darin, dass von einer Ablehnung der Organspende ausgegangen wird, wenn die Person sich zur Frage der Organspende nicht geäussert hat.

Es ist unseres Erachtens durchaus zumutbar, dass jede Person in der Schweiz sich mit der Frage der Organspende auseinandersetzen muss. Ob die Person sich schliesslich für oder gegen die Organspende entscheidet, bleibt natürlich ihr überlassen. Das neue Gesetz zwingt niemanden dazu. Jede Person hält ihren Entscheid fest und teilt dies ihren Nächsten mit. Dadurch werden die Verwandten auch entlastet, sobald die Frage der Organspende tatsächlich in einer schwierigen Situation gestellt werden muss. Das Transplantationsgesetz bringt Klarheit. Ob es zu mehr Organspenden führen wird, bleibt zu hoffen. Begegnen wir den 1400 wartenden Personen nicht mit Ignoranz. Deshalb empfiehlt die SP Oberwallis am 15. Mai ein JA zum Transplantationsgesetz.

05. Mai 2022