In ein paar Wochen wird der Vispertal-Tunnel für rund 18 Monate gesperrt werden. Ein totales Verkehrschaos steht uns bevor. Und das in einer Zeit, in der der Tourismus wegen des hohen Frankens massiv unter Druck steht. Das Saas-Tal, Grächen und Zermatt, aber auch das gesamte Oberwallis, sind die Leidtragenden.

Aber auch für die Visperinnen und Visper wird sich die Fehlplanung des Departements Melly negativ auswirken. Die getroffenen Massnahmen sind nur ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein. Sie gehen zudem massiv zu Lasten der Fussgängerinnen und Fussgänger: Können sie nicht fliegen, kommen sie bei der Landbrücke nirgends über die Strasse.

Die Visper Autobahnumfahrung sollte für die Olympischen Spiele 2006 verkehrsbereit sein. Die Umweltorganisationen haben nie eingesprochen, und trotzdem stockt der Bau. Es wird wohl 2025 werden, bis die ersten Autos den ganzen Südtunnel befahren können. Das CVP-Baudepartement ist heillos überfordert.

Statt jetzt den Vispertal-Tunnel zu sperren und für die hiesige Wirtschaft einen Riesen-Schaden anzurichten, hätte Staatsrat Melly besser daran getan, zuerst den Ost-Tunnel mit Volldampf zu beenden und befahrbar zu machen. Somit könnte der Verkehr aus den Tälern über die obere Riti geleitet werden, und von dort nach Brig sowie über die Umfahrungstrasse Richtung Lötschberg und Sitten. Wenn am Gotthard zwei Spuren reichen, tun es zwei Spuren in Visp Richtung Westen problemlos.

Die Autobahn hat, der Autobahnbauer wegen, sowieso Verspätung. Wie lange kann Staatsrat Melly noch den Kopf in den Sand stecken und uns mit vierfarbigen Broschüren abspeisen?

SP Oberwallis

16. Aug 2015