SPO Stellungnahme vom 4. Februar 2010

Wie viele reiche Ausländer leben wirklich im Wallis?

Nirgends ist Steuerhinterziehung so lukrativ wie in unserem Kanton

Seit langem ist klar: Das Bankgeheimnis ist ein toter Hund. Der Bundesrat hätten ihn längst im Interesse der Schweiz begraben sollen. Stattdessen tappt der Bundesrat von einer Falle in die andere. Zuerst knackten die Amerikaner Bundesrat Hans-Rudolf Merz. Danach die Franzosen und jetzt die Deutschen.

Die nächste Zeitbombe tickt bereits. Im Wallis sollen angeblich mehr als 1‘000 reiche Ausländer pauschal besteuert werden. Nur im Kanton Waadt hat es mehr Pauschalsteuer-Begünstigte. Und: Nirgends in der Schweiz ist die organisierte Steuerhinterziehung so lukrativ wie im Wallis- Die ausländischen Steuervermeider zahlen bei uns im Durchschnitt nur ein Drittel von dem, was sie in anderen Kantonen abliefern müssen.

Sie haben ihre meist fiktiven Wohnsitze in den Kurorten. Wie das vor sich geht, hat die „Rundschau" des Schweizer Fernsehens am Mittwochabend am Beispiel eines deutschen Unternehmers aufgedeckt. Obwohl der Millionär nie in Zürich lebte, wurde er pauschal besteuert. Die Bank hatte für ihn eine Briefkastenwohnung angemietet.

Das Zürcher Volk hat die Pauschalbesteuerung an der Urne abgeschafft. Der Walliser Staatsrat verteidigt diese bodenlose Ungerechtigkeit. Früher oder später wird eine PUK untersuchen müssen, wie viele der tausend ausländischen Pauschalbesteuerten wirklich im Wallis leben. Und wer bei den Banken und im Finanzdepartement die Dealer der organisierten Steuerhinterziehung waren.

Dies kurz nachdem das Ausland nach dem Bankgeheimnis auch die Pauschalbesteuerung geknackt hat.

Sozialdemokratische Partei Oberwallis (SPO)

25. Feb 2015