Wer lässt schon 50 Millionen Franken, die man ihm anbietet, einfach links liegen? Der Kanton Wallis tut es, beziehungsweise seine höchsten Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus CVP, SVP und FDP, allen voran die drei CVP-Staatsräte Cina, Melly und Tornay. Bis heute nimmt der Kanton jährlich 18 Millionen aus Erbschaftssteuern ein. Mit der schweizerisch harmonisierten Erbschaftssteuer könnten es gut und gerne dreimal so viele Millionen sein, wenn nicht noch mehr. Und trotzdem: sie wollen sie nicht, die 50 Millionen, wie sie das unlängst in einem ganzseitigen Inserat im WB kundgetan haben, trotz angespannter Finanzlage des Kantons. Eine Bestrafung sei diese Erbschaftssteuer für das Wallis, meinen sie. Wie bitte? 50 Millionen für den Kanton von den 0.7 Prozent reichsten Walliserinnen und Wallisern eine Bestrafung? Das soll mal einer begreifen!

 

Noch mehr Widersprüchliches findet sich in diesem Inserat: Mit der Erbschaftssteuer werde jeder Franken dreimal besteuert. Ja, was jetzt? Wir haben ja schon eine Erb-schaftssteuer. Ein aufgewärmtes Argument für eine neue Steuer also. Beisst sich hier etwa die Katze in den Schwanz? Oder einfach nur viel verpuffte Luft?

 

Im Wallis sind die meisten Unternehmen KMU’s. Diese würden von einem Freibetrag von 50 Millionen und von einem Steuersatz von 5 Prozent (als Vorschlag) profitieren. Überhaupt sind 99 Prozent der KMU’s eh nicht betroffen, ebenso wenig Landwirt-schaftsbetriebe. Also gibt es keine Gefahr für Unternehmen.

 

Es ist eine Frechheit, eine Steuer zu bekämpfen, die ein paar wenige Multimillionäre trifft, und auf Millioneneinnahmen für die AHV zu verzichten, von der alle profitieren. Lieber nachher jammern über steigende Lohnprozente (notabene für alle, Arbeitge-ber und Arbeitnehmer!) anstatt heute vernünftige Lösungen unterstützen!

 

SP Oberwallis

26. Jun 2015