Die Schweizer Wirtschaft leidet unter dem starken Franken, die Löhne geraten unter Druck und immer mehr Unternehmen führen Kurzarbeit ein. Viele Firmen verdienen kaum noch Geld mit ihren Produkten. Und als neueste Hiobsmeldung streicht Siemens in der Schweiz 150 Jobs wegen des starken Schweizer Frankens. All das sind Auswirkungen aus dem Entscheid der Nationalbank, den Euro-Mindestkurs von CHF 1.20 fallen zu lassen und dafür Negativzinsen einzuführen. Viele Führungskräfte wie Nick Hayek und Pierin Vincenz kritisieren den Kurs der SNB; selbst die NZZ hält mit ihrer Kritik nicht zurück: “Die Nationalbank muss sich alle Optionen nochmals gründlich überlegen. Dazu gehört auch der Vorschlag eines Währungskorbes“, d.h. die Anbindung des Frankens an eine Währung. Viele Betriebe in der Schweiz tätigen nämlich schon heute ihre Geschäfte untereinander und mit dem Ausland in Euro.

 

Vom starken Franken betroffen ist neben Industrie und Handel auch der Tourismus. Wie stark das Wallis von einem gesunden Tourismus abhängig ist, muss hier nicht mehr betont werden. Und so müssten die Walliser Regierung und das Parlament eigentlich alles unternehmen, damit die SNB den Mindestkurs auf CHF 1.15 gegenüber dem Euro erhöht und die Negativzinsen fallen lässt. Damit es der Wirtschaft im Wallis wieder besser geht und so Arbeitsplätze gesichert werden. Stattdessen verabschiedet der Grosse Rat auf Antrag der SVP und mit Unterstützung der CVP, der CSPO und der FDP eine Resolution an den Bund, dass der Benzinpreis nicht erhöht werden darf. Weitsichtige und verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik sieht anders aus. Für diese lächerliche Resolution des bürgerlichen Teils des Grossen Rates ist die Rote Karte das einzig Richtige.

 

SP Oberwallis

26. Jun 2015