Viele kleine Eigentümer im Wallis müssen um ihr Grundeigentum bangen. Weil der Kanton alternative Modelle wie Baulandumlegungen nicht prüfen wollte, wird viel Bauland ausgezont. Statt mit einer Portion Pragmatismus ans Werk zu gehen, wollen Staatsrat Melly und sein Dienstschef Damian Jerjen die Gemeinden und dort die kleinen Landbesitzer abstrafen. 

 

Jerjen ist auch Mitglied der Kantonalen Baukommission (KBK), zuständig die Beurteilung von Bauten ausserhalb der Bauzone. Der Präsident der KBK ist Architekt Pascal Varone, der Vetter des FDP-Stadtpräsidenten von Sitten und Kellereiinhabers Philippe Varone. Die Kellerei Varone baute zusammen mit der Kellerei Bonvin in einer geschützten Landwirtschaftszone (!) im Osten von Sitten einen Vergnügungspark rund um den Wein. Bei Bonvin war damals FDP-Staatsrat Serge Sierro Präsident. Bei der Einweihungsfeier war auch Staatsrat Darbellay dabei. Vor seiner Wahl war dieser noch Präsident der Kellerei Gilliard. 

 

Wer in seiner Alphütte das Dach um ein paar Zentimeter anheben oder ein WC anbauen will, wird von der KBK bis auf die Knochen schikaniert. Aber wenn die einflussreichen Leute in einer geschützten Landwirtschaftszone einen Vergnügungspark bauen wollen, gibt die KBK grünes Licht. Die Kleinen hängt man: Bei Gesuchen ausserhalb der Bauzonen, bei den Rückzonungen von Bauparzellen. Das Bundesamt für Raumplanung muss den Fall unter die Lupe nehmen. Und den Abbruch des Vergnügungsparks verfügen. So geht es jedem, der rechtswidrig irgendwo auf der Alpe einen Brunnen aufstellt. 

17. Mär 2019