Seit gut 160 Jahren wird das Wallis im Ständerat durch zwei Personen von der CVP vertreten. Bis in die 1970er-Jahre hiess die Partei „Katholisch konservative Volkspartei“. Seit 1971 kennt die Schweiz das Frauenstimmrecht. Die CVP war nicht in der Lage, in den letzten 48 Jahren je eine Frau auf das Ständerats-Ticket zu setzen. Bis auf dieses Jahr. Und jetzt stellt die CVP den Anspruch, dass endlich eine Frau in den Ständerat gewählt werden müsse. Frau Maret sagt im Wahlkampf nicht ganz unbescheiden, sie sei die Einzige, die als Frau aus dem Wallis nach Bern ziehen könne.

Frau Maret hat in den Debatten auf Kanal9 oder auf RRO nicht überzeugt. Anders als Nationalrat Mathias Reynard kennt sie die Dossiers des Bundesparlaments nur vom Hörensagen. Und im Grossen Rat fiel die C-Kandidatin nicht durch Interventionen zu Gunsten der Gleichstellung und zu Gunsten der Frauen auf. Anders als Mathias Reynard in Bern. Im Übrigen steht auf dem Ticket mit Mathias Reynard die grüne Parteipräsidentin Brigitte Wolf, die sich im Wahlkampf gut schlug und im Mittelwallis gar 1‘595 Stimmen vor Marianne Maret lag. Auch Brigitte Wolf verdient unsere Unterstützung.

Beat Rieder wird so oder so gewählt. Damit hat das Oberwallis seinen Sitz. Die Frage ist, ob die C-Kandidatin den zweiten Sitz holt oder Mathias Reynard, der schon seit 8 Jahren im Bundesparlament sitzt, gut vernetzt ist und sich für die Walliser Themen einsetzt.

 

 

30. Okt 2019