Am 14. Juni gingen in der ganzen Schweiz hunderttausende Frauen und solidarische Männer auf die Strasse. Sie protestierten für mehr Gleichstellung von Frau und Mann, für ein besseres Zusammengehen zwischen Familie und Beruf. Und besonders auch für gleiche Löhne für Frau und Mann. Am selben Tag, um 15:24 Uhr, ergriff im Kantonsparlament die SP-Grossrätin Sarah Constantin das Wort. Sie forderte das Parlament auf, aus Solidarität mit den Frauen, die ab diesem Zeitpunkt des Tages für ihre Arbeit nicht mehr entlöhnt werden, sich von den Sitzen zu erheben. Die geschlossene Ratslinke, die allermeisten der C-Fraktionen und die FDP-Fraktion standen auf.  Die SVP und andere Hinterbänkler blieben sitzen. Dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als die Männer, ist ein Fakt und allgemein bekannt. Offensichtlich auch im Walliser Grossen Rat.

SPO-Nationalratskandidatin Giuliana Foken aus Visp machte in einem Leserbrief auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam. Das gefiel dem RZ-Redaktor Martin Meul nicht. Er attackiert die junge Politikerin massiv und betitelt ihre Feststellung der Lohnungleichheit von rund 20 Prozent als Lüge. Ein Blick in die Grafiken des Bundesamts für Statistik (2016) zeigt, dass Giuliana Foken recht hat: Die Lohndifferenz beträgt tatsächlich sage und schreibe 19.6 Prozent. Wir von der SPO werden uns weiter für gerechte Löhne für Frauen und Männer – und gegen die ungerechtfertigte Blossstellung einer jungen engagierten Frau in einer öffentlichen Zeitung – einsetzen.

02. Jul 2019