Marianne Maret machte bei den Ständeratswahlen das Rennen, weil sie vom konservativen Oberwallis und deren Kandidat Beat Rieder mitgeschleppt wurde. Und weil das Oberwallis fleissiger wählte als der unterste Teil des Wallis.

WB-Redaktor Thomas Rieder skizziert vergangene Wahlen und sagt, dass das Oberwallis auch geschlossener gestimmt hätte, auch für Kandidierende der SP. Das trifft zu: Ab 2001 ging es jeweils um den zweiten Oberwalliser Sitz, den der deutschsprachige Kantonsteil nicht verlieren wollte. Und weil die SPO mit Leuten antrat, die das Zeugs zum Staatsrat hatten. 1997 hatte sich Peter Bodenmann gegen die CVPO durchgesetzt, den Konservativen einen Sitz weggeschnappt und der SP die Türe in die Regierung geöffnet.

Der Vergleich von Redaktor Rieder mit der diesjährigen Wahl zu den Staatsratswahlen 2001 bis 2017 hinkt. Bei den Wahlen in den Staatsrat wollte das Oberwallis zwei Sitze halten. Und stimmte für die aussichtsreichsten Bewerber aus dem Oberwallis. Das Welschwallis kam nicht zu kurz und brachte ihre Kandidaten durch. Dass das Oberwallis massiv für Beat Rieder stimmte, war zu erwarten und ist auch legitim. Bei den diesjährigen Ständeratswahlen bestimmte das Oberwallis aber auch, wer das welsche Wallis im Ständerat vertritt. Das ist wegen der Stimmen aus dem Oberwallis nicht Mathias Reynard, die klare Nummer eins jenseits der Raspille, sondern Marianne Maret, die im welschen Kantonsteil 16‘802 Stimmen weniger machte als SP-Nationalrat Mathias Reynard. Wir verstehen, dass viele im Unterwallis sauer sind.

06. Nov 2019