Unsere Gesellschaft wird immer älter. Und viele Menschen bedürfen im hohen Alter einer immer umfassenderen Pflege. Es wird schwierig, den Bedarf an Pflegenden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu decken. Die Pflegeberufe müssen daher attraktiver gemacht werden.

Die Assistentinnen und Assistenten «Gesundheit und Soziales» bilden die unterste Stufe der ausgebildeten Pflegenden in unseren Alters- und Pflegeheimen. Sie machen eine Ausbildung mit einem eidgenössischen Berufsattest (EBA) und können anschliessend noch den Abschluss als Fachangestellte/r Gesundheit machen. Dieser lässt Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Das System ist durchlässig, und das ist gut so.

Die AVALEMS, der Dachverband der Pflegheime, hat beschlossen, bei der untersten Stufe der Mitarbeitenden die Anfangslöhne zu senken. Die Medien haben darüber berichtet. Dieser Beschluss des Dachverbands mit dem Ausserberger Franz Schmid an der Spitze ist ein völlig falsches Signal: Statt dafür zu sorgen, dass die Attraktivität der Pflegeberufe gestärkt und die Löhne nach oben angepasst werden, wird bei den Assistent*innen für Gesundheit der Anfangslohn gekürzt.

Neben den Pflegehilfen wird auch die Einstiegslohnklasse der Pflegefachpersonen HF um zwei Stufen heruntergesetzt. Im gleichen Zug wurden die Löhne der Pflegedienstleistung erhöht. Wieder einmal zeigt sich hier, dass die Arbeitgeber*innen bei den mittleren und tiefen Löhnen knausern, während die hohen Löhne steigen.

Die SPO versteht den Ärger der für das Dossier zuständigen Gewerkschaften und kritisiert die Weigerung des Dachverbands, die Gespräche fortzusetzen. Wir fordern die AVALEMS auf, den kurzsichtigen Entscheid zurückzunehmen und in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern für das Personal in den Alters- und Pflegeheimen insgesamt bessere Konditionen auszuhandeln.

14. Jan 2020