…da wären wohl viele Walliser Bewohnerinnen und Bewohner nicht ganz happy. Wer hört bei solchen Extremsituationen mit Schnee, Lawinen und Murgängen nicht die lokalen Nachrichten im Radio, um z. B. über den aktuellen Strassenzustand informiert zu bleiben? Wer sieht sich nicht die aktuellen Bilder aus eingeschneiten Bergdörfern oder imposanten Lawinenkegel an? Es gibt wohl nur wenige, die dies nicht tun.

Wenn wir am 4. März die No-Billag-Initiative annehmen, wird aber bald Schluss damit sein. Wir hätten kein rro und kein Kanal 9 mehr (zumindest in dem Rahmen, wie es die beiden Sender heute gibt). Ungewiss bleibt, ob wir danach immer noch aktuell über gesperrte Bahnstrecken und Strassen oder über schlechte Strassenverhältnisse informiert werden. Wir als Bewohner eines Tales, das dem Klima stark ausgeliefert sein kann – wie wir das in den letzten Wochen gut miterleben konnten –, sollten uns daher stark machen für unsere lokalen Radio- und Fernsehsender und diese vor dem Sendeschluss schützen.

Kanal 9 und rro bieten uns übrigens nicht nur in Extremsituationen aktuelle Infos und Bilder. Auch z. B. die tägliche Wetterprognose, diverse (Hintergrund-)Informationen zu lokalen Kultur- und Sportanlässen oder aber auch die intensive und neutrale Berichterstattung z. B. im Vorfeld von Wahlen gehören zu den Inhalten unserer lokalen Medien. Vor allem Letzteres ist für eine funktionierende und erfolgreiche Demokratie sehr wichtig und unverzichtbar. Bei einem Ja zur No-Billag-Initiative würde dies alles nur noch an einem seidenen Faden hängen und wer weiss, ob und wie unsere lokalen Radio- und Fernseh-Medien dann noch finanziert werden sollen. Von den Arbeitsplätzen, die dadurch verloren gehen würden, nicht zu reden. Daher stimmen wir am 4. März klar NEIN zur No-Billag-Initiative.

 SP Oberwallis

27. Jan 2018