Die Walliser Verfassung wird bald 111 Jahre alt. Sie stammt aus der zeit als die Lonza in Visp ihre ersten Werke aufstellte, der Simplontunnel gerade mal eingeweiht und der Lötschbergtunnel im Nau war. Das Wallis war zu jener Zeit ein landwirtschaftlich geprägter Kanton mit ersten Spuren einer Industrialisierung dank der Wasserkraft.

Wir stehen heute in einem Umbruch zu einer digitalen Welt. Die heutige Verfassung ist somit jene von vorgestern, die viele Gruppen der Bevölkerung ausser Acht lässt: Die Betagten, die Menschen mit speziellen Bedürfnissen, die Kinder und die gleichberechtigten Frauen. Die Verfassung des 21. Jahrhunderts verlangt nachhaltige Vorgaben bei der Sozial-, Umwelt-, Energie-, Verkehrs- und Bildungspolitik. 

Teilrevisionen, wie sie etwa R21 vorschlug, führten bisher ins Nichts. Es braucht eine Gesamtrevision der Verfassung, die durch einen Verfassungsrat erarbeitet werden soll: Von gewählten Frauen und Männern, vorab aus der Zivilgesellschaft, die sich für diese Aufgabe interessieren, miteinander diskutieren und Lösungen vorschlagen wollen. Und vielleicht mit einem etwas unverbrauchteren Blick an die Aufgabe herangehen. Am 4. März sagen wir Ja zur Verfassungsrevision durch einen Verfassungsrat.

SP Oberwallis

14. Feb 2018