Das Wallis ist um drei Skandale reicher: Zum einen fälschte die in Martinach ansässige Firma Alkopharma die Etiketten der Ampullen des Krebsmedikaments Thiotepa. Medikamente mit abgelaufenem Datum weisen einen geringeren Wirkungsgrad auf. Offen ist derzeit noch, ob dadurch Menschen in den Tod geschickt wurden. 

Zweitens hat, nach der Affäre Dorsaz, die WKB wieder einen Skandal: Die Bank gewährte der Fälscherfirma Kredite, die zweimal höher waren als der Jahresumsatz. Pikant: Der ehemalige WKB-Generaldirektor und heutige Verwaltungsratspräsident Papilloud war mit dem Chef von Alkopharma befreundet; beherbergte diesen gar in schwierigen Zeiten bei sich in Conthey. Wie Le Matin Dimanche schreibt, soll die WKB an Alkopharma mit über 90 Prozent beteiligt gewesen sein. Unklar bleibt, ob Papilloud bei der Behandlung des Kreditgeschäfts im Ausstand war. Und welche Rolle spielte Jean-Pierre Bringhen in der ganzen Geschichte? Hier muss die Politik klaren Tisch machen.

Und Skandal Nummer drei ist die Walliser Staatsanwaltshaft. Deren oberster Chef Nicolas Dubuis hat das Dossier vollkommen verschlafen. Sonst wäre es nicht möglich, dass die Täter der kriminellen Fälscherfirma mit lächerlichen Bussen davonkamen. Hier ist die Justizkommission des Grossen Rats gefordert. Und der Grosse Rat muss als Oberaufsichtsorgan über die Kantonalbank die nötigen Schritte einleiten. Bei der Affäre Dorsaz wurde mit Recht eine PUK eingesetzt. Nur eine solche Kommission kann die bisher noch neblige Affäre rund um das Kreditdossier der WKB voll ausleuchten - damit das Lied „Les copains d’abord“ verstummt.

 SP Oberwallis

19. Jan 2018