Der Drogist und SVP-Nationalrat Jürg Stahl war in den letzten 14 Jahren Mitglied der Geschäftsleitung der Krankenkasse Groupe Mutuel. Nach seinem Ausscheiden ist er jetzt Präsident des Olympischen Komitees. Im Gegensatz zur Oberwalliser Krankenkasse Sodalis hatten Stahl und Co. die Kosten bei der Groupe Mutuel nicht im Griff. Deshalb explodieren jetzt im Unterwallis die Krankenkassenprämien. Stahl ist alles, aber nachweislich keine erste Adresse in Sachen Kostenkontrolle und Defizite.

In einem mehr als braven Interview ohne harte Nachfragen auf Kanal 9 wich Jürg Stahl den heiklen Fragen immer wieder aus. Spannend war nur eine Passage: die nach der Defizit-Garantie. Bisher wollten uns die Befürworter von Olympia 2026 klar machen, niemand müsse ein allfälliges Defizit tragen. Dieses würde das Olympische Komitee tragen. Das ist aber faktenwidrig.

Jürg Stahl lieferte auf Kanal 9 eine neue Version. Wortwörtlich erklärte er: „Die Winterspiele müssen uns etwas wert sein… wenn wir relativ wenig in die Infrastruktur investieren, dann können wir auch gar keine Defizite machen.“ So einfach ist es sicher nicht!

Bisher hiess es: Niemand haftet für mehr als die eingegangenen Verpflichtungen. Neueste Version aus dem Hause Stahl: Es kann gar kein Defizit geben.  

Wahr ist genau das Gegenteil: Die neutrale Schweiz hatte in den letzten Jahrzehnten relativ wenig Probleme mit Terrorismus. Eben, weil wir weitgehend neutral waren. Eine Olympiade könnte Gewalttäter  vermehrt anziehen. Deshalb braucht es einen gigantischen Sicherheitsaufwand. Wie hoch er im Jahre 2026 sein wird, kann heute gar niemand abschätzen. Kritisch ist zu Recht der ehemalige Generaldirektor der SBB, Benedikt Weibel. Er weiss, um was es geht, weil er bei der Organisation der Euro 2004 für die Sicherheit zuständig war. Diese EM hat der Schweiz in Sachen Nachhaltigkeit nichts gebracht.

Damit bleibt die Frage offen: Wer bleibt auf dem Defizit sitzen? Die Antwort ist klar: wir Walliserinnen und Walliser. Das wollen wir sicher nicht!

SP Oberwallis

24. Jan 2018