Olympiaden sind leider inzwischen etwas für Diktaturen oder für wirtschaftlich starke Regionen, die sich Defizite leisten wollen und können -  koste es, was es wolle. Das zeigen die neuesten Entwicklungen im Dossier Olympia 2026.


Nun will sich auch die Türkei für Winterspiele 2026 bewerben. Erdogan braucht diese Spiele, genau wie Putin Sotschi und die Fussballweltmeisterschaft rücksichtslos genutzt hat.  

Anders die Situation bei uns: Bern ist nicht bereit eine unbeschränkte Garantie zu übernehmen. Wer kommt also 2026 an die Kasse, falls das Wallis die Spiele bekommen sollte. Das IOC oder wir? Die Olympia-Bürokraten werden dafür kaum ihre eigenen Kassen plündern.

Im Generalrat von Sitten – der Nouvelliste berichtete letzte Woche ausführlich darüber – erlitten Staatsrat Favre und der Vertreter des IOC eine krachende Niederlage. Die SVP und SP waren in einer ersten öffentlichen Sitzung gegen diese Spiele, weil die Frage der Defizit-Übernahme nach wie vor nicht geklärt ist. Für die CVP kommt ein Ja nur infrage, wenn klar ist, dass die Host-City Sion nicht das Defizit tragen muss. Genau das wird das IOC erst entscheiden, wenn Sitten und das Wallis abgestimmt haben. Wir sollen die Katze im Sack kaufen.

Der Walliser Staatsrat macht mit Inseraten und somit mit Steuergeldern Kampagne für die olympischen Spiele. Das ist rechtlich nicht korrekt. Auf die wesentlichen Fragen geht das Inserat nicht ein. Was, wenn das Wetter so schlecht ist, wie in den letzten Wochen? Was, wenn die Sicherheitskosten explodieren? Wer bleibt auf dem Rest-Risiko sitzen? Die Olympiakandidatur Sion 2026 bleibt eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten.

SP Oberwallis

 

02. Feb 2018