Spitäler am Anschlag, Pflegeheime auf Personalsuche, Schulen mit zu wenig Betreuung – und ausgerechnet jetzt soll Bundesbern den Zivildienst um 40 % zusammenstreichen. Von 7’000 auf 4’000 Zulassungen pro Jahr. Das ist keine Reform, das ist ein Kahlschlag auf dem Buckel jener, die ohnehin schon am Limit arbeiten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2024 leisteten Zivildienstleistende einen Rekord von fast 1.9 Millionen Diensttagen. Rund die Hälfte im Sozialwesen, 17 % in Schulen, 15 % im Gesundheitswesen, 10 % im Natur- und Umweltschutz. Das sind reale Hände in Alters- und Pflegeheimen, in Spitälern, im Schulzimmer und im Bergwald – auch bei uns im Oberwallis. Wer hier kürzt, kürzt mitten in den Service Public.
Besonders dreist: 2021 hat das Stimmvolk die Pflegeinitiative angenommen. Statt endlich für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, wird seither in Bundesbern blockiert, verzögert, abgewürgt. Und nun setzt man noch eins drauf und entzieht der Pflege 40 % der Zivis. Das ist die nächste Ohrfeige für ein Personal, das während Corona beklatscht und seither vergessen wurde.
Und das Absurdeste: Die Armee bekommt davon keinen einzigen Soldaten mehr. Wer den Militärdienst nicht leisten will, lässt sich ausmustern – nicht in die Armee zwingen. Gleichzeitig reisst man jungen Männern die Brücke ab, über die viele in Pflege-, Sozial- und Umweltberufe finden. Schaden ohne Nutzen.
Die SP Oberwallis sagt deshalb mit Nachdruck: Nein zu diesem Kahlschlag am 14. Juni. Nein zum neuen Zivildienstgesetz.
Medienmitteilung SP Oberwallis vom 28.5.2026
SP Oberwallis